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DVB-T – Digitale evolution oder zeitlicher Rückschritt?

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Seit fast zwei Wochen bin ich im besitz eines DVB-T Empfängers im Form eines USB Sticks (ich berichtete) und eigentlich ist es fast erschreckend, was für einen Erfahrungsbericht ich nach so einer kurzen Zeit offenbahren kann.

Die Technik etc. klingt jedenfalls sehr vielversprechend und der Slogan „Das Überallfernsehen“ ist toll ausgedacht, aber in der Realität sieht jenes Überallfernsehen jedoch ganz anders aus. Ich kämpfe seit der Anschaffung mit dem Empfang und ich konnte noch keine einzige Aufzeichnung einer Sendung machen, ohne das das Signal abgerissen ist und sehr störende digitale Fragmente durch den äther sausten. Solch digitale Störungen zeichnen sich so ab das zum einen das Bild total verpixelt bis es letztlich schwarz wird und es entstehen sehr hohe Frequenztöne die vom menschlichen Ohr als unheimlich nervend wahrgenommen werden (zumindest von meinen). Wer schonmal ein beschädigtes MP3 geladen hat, kennt dieses Geräusch.

Zuerst schob ich die Schuld auf die beigefügte Antenne die dem USB Stick mitgeliefert wurde, also beschloss ich eine Antenne mit einem Verstärker zu kaufen. Das bedeutet, das zum einen der Komfort des Platzsparenden verloren geht und zum anderen muss Platz für ein weiteres externes Netzteil in der Steckdose gefunden werden. Ich entschied mich für eine Stabantenne mit einem Verstärker von 18db, das müsste eigentlich ausreichen für den digitalen Empfang im Zimmer und in der Hauptstadt… Naja, dachte ich zumindest. Der Empfang ist zwar etwas besser geworden im Vergleich zur kleinen Stabantenne ohne Verstärker aber Ausfälle gibt es immer noch viel zu viele.

Fazit:
Für mich ist die Idee des digitalen Fernsehns irgendwie gestorben, erst recht der Spruch „Überallfernsehn“ ist als Irrerführung zu betiteln. Ein kleine einfache Hausantenne wie sie einem Schmackhaft gemacht wird, reicht für den Empfang in der Wohnung oft nicht aus, man muss da schon direkt am Sendemast sitzen. Und dafür das man in Berlin lebt, da wo es den Startschuss gab und wo man sicherlich von einem guten flächendeckenden Netz sprechen kann, ist das schon in gewisser maßen peinlich.
Wenn ich dann im Handel nun noch die kleinen TV Empfänger für rund 600 Euro oder mehr sehe, die ein glückliches Pärchen im grünen zeigen wie sie gerade vor der Flimmerkiste sitzen (Hier entstehen schon gewisse Zweifel an der zukünftigen Lebensweise und der Interpretation, was ein Ausflug ins grüne bedeutet), kann ich mir ein schmunzeln wirklich nicht mehr verkneifen. Anstelle des bequemen sitzens stelle ich mir dann einen entnervten Mann vor der wie wild durch die Natur rennt um den besten Empfang zu finden so wie man damals im Zimmer mit der Zimmerantenne versucht hat, das ZDF zu empfangen.
Inzwischen habe ich auch zu dem Thema „Empfang“ ein paar weitere Informationen gefunden. So ist es kein Geheimnis das der DVB-T Empfang sehr anfällig für sämtliche Geräte ist, die irgendwie rumfunken. Dazu gehören Mobiltelefone, schnurlose Funktelefone oder WLAN Sender so wie Empfänger. Wer also den klarsten DVB-T Empfang möchte, sollte mit einer ordentlichen Antenne aufs Dach steigen, das Kabel in sein Zimmer verlegen und kann dann alles in digitaler Qualität genießen. Doch das dürfte nicht immer im sinne des Vermieters liegen und in meinem Fall brauch ich das auch nicht näher ins Auge fassen, denn bei mir ist der Kabelanschluss bereits in der Miete einkalkuliert. Ich werde jedenfalls die erworbene Antenne zurück bringen und muss mich nach einem Gerät umsehen, das ein Verstärker mit 40db oder mehr beinhaltet, denn ich möchte nicht meine ganze Wohnung verkabeln um die Antenne in Fensternähe zu haben.

3 Comments

  1. Steffino
    26. Juni 2006 @ 21:55

    also hier in bzw. bei frankfurt funktioniert das ganz gut – ganz selten mal ausfälle / verzerrungen – selbst mit einem einfachen, nirgendwo angeschlossenen antennenkabel als „antenne“ hat man hier empfang.

    Reply

  2. aki
    27. Juni 2006 @ 0:29

    Das würde ich wie gesagt auch gerne behaupten. Vielleicht ist es außerhalb meiner Wohnung auch besser, aber wie gesagt, für Berlin finde ich es schwach, das es solch Probleme gibt und ohne Verstärker wenig läuft. Aber ich habe auch keinen der drei Sendemaste in der Nähe, die sind alle weit weg von mir. Vielleicht liegt das auch daran. Wie sieht das bei dir aus?

    Reply

  3. Steffino
    27. Juni 2006 @ 8:56

    ich hab mal geschaut, es sind zwei sendemasten recht nahe dran – auf dem feldberg und in frankfurt (ca. 5km entfernung)

    Reply

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