Filmtitel:
Original: Min lilla syster
Englisch: My Skinny Sister
Deutsch: Stella
Über den Film:
Zwei Schwestern die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die große und sehr graziel wirkende Schwester brilliert auf dem Eis und übt zusammen mit ihrem Trainer mit vollem Eifer für einen Wettbewerb im Eiskunstlauf während ihre kleine Schwester Stella eher etwas pummelig daherkommt und mit ihrem Aussehen durchaus zu kämpfen hat. Sie bewundert Ihre große Schwester natürlich sehr. Auch die Eltern setzen die Aufmerksamkeit eher auf die große Tochter und fördern ihren starken Ehrgeiz durch div. kleine Gesten, während Stella leer ausgeht. Doch niemand außer ihr bemerkt, dass die große Schwester unter einer zunehmenden Esstörung leidet. Im Familienalltag beginnt diese zumhemend das Essen zu verweigern und verhält sich auch immer agressiver gegenüber anderen. Die Eltern bemerken von all diesen Veränderungen ihrer älteren Tochter nichts, geben die Schuld entweder an Stella ab oder schieben es auf Veränderungen aufgrund des Erwachsenwerdens.
Als Stella ihren eigenen Geburtstag gemeinsam mit ihrer Familie in einem Restaurant feiert, kommt nach ein paar kleinen Happen bei der großen Schwester das Essen wieder hoch und sie rennt kurzerhand auf die Toilette um dies zu vertuschen. Stella folgt ihr heimlich und ertappt sie dabei, wie diese würgend über der Toilete steht mit den Finger im Hals. Als sie ihre Schwester damit konfrontiert, was sie da gerade gesehen hat, rastet ihre Schwester völlig aus und droht Stellas Geheimnis zu verraten… Das sie sich in den Trainer verliebt hat. Dies ist Stella so peinlich, dass sie das Geheimnis vorerst für sich behält, letzlich aber Rat bei einer Schulpsychologin sucht wo sie erfährt, dass so eine Krankheit bis zum Tod führen kann. Doch Stella will natürlich nicht, dass ihre Schwester stirbt…
Fazit:
Ich war ja zugegeben recht skeptisch bei diesem Film. Ich habe mit einigen niederschmetternden Momenten gerechnet zu denen solche Werke gerne tendieren und erst recht auf der Berlinale. Doch ich wurde eines besseren belehrt, denn gerade durch Stella gewinnt der Film einen sehr soliden Halt, da sie der Dreh und Angelpunkt des gesamten Werkes ist und sehr souverän durch die Geschichte führt in ihren jungen Jahren. In dieser Rolle eine sehr beachtliche Leistung, da sie eben aus Zuschauersicht der Hoffnungsträger wird, obwohl sie sicher einige Klischees locker erfüllt. Doch wird in keiner einzigen Sekunde über sie negativ geredet (trotz einiger Anspielungen) sondern sie ist es, die am Ende alles überschaut und zusammenhält.
Es war durchaus kein einfaches Thema, doch dieser Film hat es mit bravour geschafft damit umzugehen. Übrigens: Wer es nicht schafft den Film auf der Berlinale zu sehen, hat gute Chancen ihn irgendwann bei Arte oder ZDF zu sehen, da es sich um eine Koproduktion handelt.